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Thema des Monats

Tajine, Poulet und Ghormeh Sabzi


Pflegefachfrau Carola Menga-Njampou aus Kamerun mit ihrem Lieblingsgericht: Poulet. Foto: Nikolai Wolff


Samir Marouchi aus Algerien hat ein köstliches Rezept aus Nordafrika beigetragen: Eine Tajine mit Huhn, eigelegter Zitrone und Oliven. Foto: Nikolai Wolff


Krankenschwester Mitra Azimi mit ihrem persischen Lieblingsgericht: Ghormeh Sabzi, ein Kräutereintopf mit Bohnen und Lamm. Foto: Nikolai Wolff

Essen ist Heimat. Lieblingsspeisen, die man seit Kindertagen kennt und liebt, geben Geborgenheit und Identität. Diese Speisen zu teilen vertieft Freundschaften und festigt Vertrauen. Gutes Essen ist wie eine warme Umarmung. In der Küche heilen Herz und Seele – so stand es – handgestickt – auf manchem Küchentuch an Omas Herd.  

Eher selten ruft Krankenhauskost Proust´sche Madeleine-Erlebnisse hervor, erlesene Genüsse und Aromen erwarten Mitarbeiter, Patienten und Gäste wohl nicht in der Klinik-Cafeteria. Warum eigentlich nicht?

Essen verbindet uns auf eigene Weise

Zwischen September 2023 und Mai 2025 kochte das Küchenteam im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen die Lieblingsgerichte der „internationalen“ Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach deren traditionellen landestypischen Rezepten nach. Mit viel Eigeninitiative - zusätzlich zum Tagesgeschäft - wurde jedes Gericht vorab besprochen, vorbereitet, dafür teilweise an speziellen Orten eingekauft, das Essen zubereitet und für den öffentlichen Mittagstisch im Café K angerichtet.

Tajine mit eingelegten Salzzitronen – ein ungewöhnliches, faszinierendes Aroma, das sich wunderbar mit dem herben Geschmack der Oliven verbindet, ist in Algerien und Marokko sehr verbreitet. Wie das mit Lieblingsgerichten und lokalen Spezialitäten in der Regel üblich ist, hat jede Köchin, jeder Koch ihr eigenes Rezept, seine eigene spezielle Note für dieses Schmorgericht. In jeden Fall aber ist es köstlich. Samir Marouchi aus Algerien arbeitet im Küchenteam des Rotes Kreuz Krankenhauses Bremen und hat Tajine mit Huhn gekocht.

Yulia Yusupova aus Usbekistan hat Laghman ausgewählt, ein Nudelgericht aus ihrer Heimat. Adobo ist das Lieblingsgericht von Krankenschwester Angeline Dierich. Es stammt aus den Philippinen.  Pflegefachfrau Carola Menga-Njampou aus Kamerun hat auch ihr Lieblingsgericht beigesteuert: Poulet. Mitra Azimi hat Ghormeh Sabzi ausgewählt: einen iranischen Kräutereintopf mit Bohnen und Lamm.

Jedes der insgesamt 23 Kochevents begleiteten der Fotograf Nikolai Wolff und seine Kollegin Cosima Hanebeck, beides professionelle Fotografen der Bremer Fotoetage. Am 1. Juli 2025 eröffnete RKK-Geschäftsführer Dr. Walter Klingelhöfer die Kunstausstellung mit den während des Projektes gemachten Fotos.

Die Bilder wurden im Krankenhaus-Newsletter, im Intranet sowie auf unseren Social-Media-Kanälen, auf der Homepage und via Pressearbeit veröffentlicht. „Unser Ziel war, die Sichtbarkeit der kulturellen Vielfalt im Haus nach innen wie nach außen zu erhöhen und eine offene, wertschätzenden Unternehmenskultur zu zeigen und zu fördern“, sagt Pressesprecherin Dorothee Weihe.

Über QR-Codes neben den Bildern finden die Besuchenden der Ausstellung jeweils ein beispielhaftes Rezept. Es wurde bewusst so gewählt, dass das Nachkochen in den Bremer Küchen ohne Probleme möglich ist. Auch ein typisch deutsches Lieblingsrezept war Teil der Aktion (Hoffentlich war es nicht Labskaus…).

Wertschätzung und Haltung in Zeiten wachsender rechtspopulistischer Tendenzen

Entstanden sind nicht nur Porträts der Mitarbeitenden sowie Bilder von der Zubereitung der Speisen und den fertigen Gerichten. Entstanden sind in dieser Zeit auch viele offene Gespräche rund um Menschen, Länder, Kultur, Herkunft, Heimat – und natürlich zum Thema Essen. So förderte das Projekt gleichzeitig die Kommunikation, Sichtbarkeit, Wertschätzung und die Integration der Kolleginnen und Kollegen in der alltäglichen multikulturellen Lebens- und Arbeitswirklichkeit.

„Das inspirierende Projekt macht die Vielfalt und Internationalität unseres Krankenhauses auf besondere Weise sichtbar“, so Dorothee Weihe. Es fördere den interkulturellen Austausch und die Kommunikation mit einem Thema, über das jede und jeder mitreden kann. „Und es setzt ein starkes Zeichen für Repräsentanz und Anerkennung der vielfältigen Herkunft unserer Mitarbeitenden“, betont die Pressesprecherin.

Das bei Gästen und Mitarbeitenden gleichermaßen beliebte Projekt, bei dem das Krankenhaus sprichwörtlich über den Tellerrand hinausschaute, zeigt Haltung in Zeiten wachsender rechtspopulistischer Tendenzen und macht die Vielfalt und Internationalität im Klinikalltag sichtbar – nach innen und außen. krü