Thema des Monats

Für den Abriss viel zu schade

Am Städtischen Klinikum Braunschweig konnte die ALHO-Modulbauweise einen ihrer größten (Nachhaltigkeits-)Vorteile ausspielen: Die Möglichkeit, bestehende Modulbauten abzubauen und an einen anderen Standort für eine Neunutzung umzusiedeln.

Am Städtischen Klinikum Braunschweig konnte die ALHO-Modulbauweise einen ihrer größten (Nachhaltigkeits-)Vorteile ausspielen: Die Möglichkeit, bestehende Modulbauten abzubauen und an einen anderen Standort für eine Neunutzung umzusiedeln. Foto: ALHO

Ein Gebäude zieht um: In Braunschweig wurde ein zweigeschossiges Klinikgebäude an einem Standort des Städtischen Klinikums abgetragen, zehn Kilometer weiter neu aufgebaut und um ein Geschoss plus Technikzentrale erweitert – bei laufendem Klinikbetrieb und in nur 17 Monaten Bauzeit. Eine moderne Stahl-Modulbauweise macht es möglich: Das Projekt zeigt, wie ressourcenschonendes und wirtschaftliches Bauen in Zeiten des Klimawandels aussehen kann.

Das Klinikum Braunschweig errichtet am Standort Salzdahlumer Straße eine neue Zentralklinik. Ein Klinikgebäude, das ALHO im Jahre 2010 am Standort realisiert hatte, stand der Umstrukturierung im Weg. Doch ein erst zwölf Jahre altes, voll funktionstüchtiges Haus einfach abzureißen und zu verschrotten – das wäre alles andere als nachhaltig gewesen.

Als am zweiten Klinikstandort in der Celler Straße zusätzlicher Raumbedarf entstand, kam die Idee der Gebäude-Umsetzung mit gleichzeitiger Aufstockung um ein Geschoss auf. Gemeinsam mit ALHO wurde ein Plan erarbeitet, wie die wertvollen Raummodule aufbereitet, am neuen Standort aufgebaut und erweitert werden konnten.

„Aus einer Dialyseklinik mit Bettenstation sollte eine Geburtsklinik mit Intensivstation entstehen. Das bedeutete nicht nur komplett neue Anforderungen an das Raumprogramm, sondern auch an die Haus- und Betriebstechnik. Eine recht komplexe Planungsaufgabe!“, erklärt Gerd Reifenrath, der im Vertrieb bei ALHO für das Projekt verantwortlich war.

Zirkuläres Bauen mit Modulen

Die ALHO-Stahlmodulbauweise entspricht dem Prinzip der „Circular Economy“, also einer Kreislaufwirtschaft, die ein regeneratives System darstellt. Dies bedeutet, dass der Ressourceneinsatz und die Abfallproduktion, Emissionen und Energieverschwendung von Anfang an minimiert werden. Außerdem setzt ALHO keine Verbundstoffe ein: Alle Materialien können zu nahezu 90 % recycelt und dem Wertstoffkreislauf wieder zugeführt werden. Somit sind Modulgebäude im Sinne des „Urban Mining“ Rohstofflager – sollten sie eines Tages einmal abgebaut werden müssen.

Der Fokus liegt jedoch auf einer Nachnutzung der Gebäude. Dank der tragenden Stahlrahmenkonstruktion der Gebäude mit nichtragenden Wänden können Modulgebäude sehr leicht verändert, angepasst, erweitert oder umgewidmet werden. Oder sie können, wie in Braunschweig praktiziert, als „mobile Immobilie“ an einen neuen Standort versetzt und einer Nachnutzung zugeführt werden.

Kostenersparnis bis zu 30 % gegenüber einem reinen Neubau

Ein Gebäude dieser Größenordnung komplett neu zu errichten, hätte gut 30 % mehr gekostet, so die offiziellen Berechnungen. Und noch ein paar weitere Zahlen sprechen beim Braunschweiger Umnutzungs-Projekt für sich: Beim Trockenbau, den Elektroinstallationen sowie der Haustechnik konnten 70 % der eingesetzten Materialien wiederverwendet werden. Bei der Tragkonstruktion, innerhalb der Module waren es sogar fast 100 %.

Weitere Informationen: www.alho.com