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Das Krankenhaus

Aus Personalmangel wird Existenzkampf


Aus Personalmangel wird Existenzkampf: die Lage der Kliniken ist ernst

Benjamin Nabert und Dr. h.c. Andreas Westerfellhaus im Gespräch

Inzwischen geht es bei vielen Kliniken nicht mehr nur um Personalmangel, sondern um die Frage, ob und wie lange sie ihren Betrieb noch aufrechterhalten können. Zur aktuellen Lage der Kliniken haben wir mit Benjamin Nabert und Dr. h.c. Andreas Westerfellhaus gesprochen. 

Westerfellhaus beschäftigt sich seit vielen Jahren in unterschiedlichen Positionen, u. a. der des Bundespflegebevollmächtigten, intensiv mit der Situation der Pflege in Deutschland.
Aktuell arbeitet er zusammen mit Benjamin Nabert, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Truecare daran, internationale Fachkräfte für Kliniken und Pflegeeinrichtungen zu gewinnen. Nabert zählt zu den First Movern der Gewinnung internationaler Pflegefachkräfte für deutsche Gesundheitseinrichtungen.
 

Herr Dr. Westerfellhaus, wie geht es den Kliniken im Land?

Westerfellhaus: Die Personalsituation war in den letzten Jahren noch nie einfach, aber jetzt brennt es. Wie der DKG-Fachkräftemonitor zeigt, hat die Mehrheit der Krankenhäuser trotz eines Beschäftigungswachstums weiterhin große Probleme, offene Stellen zu besetzen. Hinzukommt, dass im Jahr 2035 absehbar mehr als 300 Tsd. Mitarbeitende altersbedingt ausscheiden werden. Hinzu kommen schwerwiegende politische Eingriffe in das System: Während das GKV-Spargesetz die Krankenhäuser finanziell stark belastet, entsteht mit dem PNOG weiterer Druck. Die dünne Personaldecke verschiebt sich noch mehr in Richtung Geringqualifizierung und wird damit die Überlastung der gesamten Personalstruktur in den Pflegebereichen verschlimmern. Die chronisch überhöhte Arbeitsbelastung führt bei den Beschäftigten zur Berufsaufgabe und Abwanderung. Für die Kliniken entsteht ein negativer Kreislauf: Personalmangel, höhere Belastung, Abwanderung und damit noch größerer Personalmangel.


Herr Nabert, Sie setzen seit 2019 mit Truecare darauf, den Personalbedarf durch internationale Fachkräfte zu decken. Geht diese Rechnung für die Kliniken auf?

Nabert: Internationale Fachkräfte sind inzwischen ein wesentlicher Bestandteil jeder Personalstrategie im Krankenhaus. Die Bundesagentur für Arbeit meldete Anfang September 2026, dass die Zahl ausländischer Beschäftigter in der Pflege seit Juni 2024 um 46.000 gestiegen ist, während die Zahl deutscher Beschäftigter um 5.000 sank – das zeigt, wo es hingeht. Aber internationale Rekrutierung löst eben nur langfristig den Bedarf, sie hilft nicht kurzfristig – denn Sprachqualifikation, Anerkennung, Kenntnisprüfung, Einarbeitung und Integration binden Zeit und Ressourcen.

Haben Sie dafür eine Lösung?

Nabert: Das wichtigste Ziel jedes Klinikmanagers ist es, die Versorgung zu sichern: also Stationen offenhalten, Ausfallkosten reduzieren, Personal entlasten und internationale Fachkräfte möglichst schnell arbeitsfähig machen. Wir haben darauf reagiert und in diesem Jahr die Truecare GmbH mit dem Medical-Bereich der Tempton Group zusammengeschlossen.

Tempton ist auf Arbeitnehmerüberlassung spezialisiert und hat bundesweit ein riesiges Netzwerk. Gemeinsam können wir ab jetzt Kliniken integrierte Lösungen bieten – kurzfristig durch Arbeitnehmerüberlassung und langfristig durch internationale Fachkräfte. Wir sehen jetzt schon, dass unsere Kunden diesen systemischen Ansatz sehr gut annehmen.


Vielen Einrichtungen gelingt es aber weiterhin nur schwer, Fachkräfte auch zu halten.

Westerfellhaus: Das liegt vielleicht daran, dass Integration teilweise noch immer mit einem Willkommenstag und einem Blumenstrauß verwechselt wird. Damit Integration gelingt, sind aber viel weitreichendere Konzepte erforderlich. Wenn wir Fachkräfte aus Indien, den Philippinen und Lateinamerika gewinnen, setzen wir lang vor der Einstellung ein persönliches „Matching“ zwischen Fachkraft und Arbeitgeber ein – das klärt gegenseitige Erwartungen. 
Zugleich beginnen wir bereits im Herkunftsland mit der fachlichen und sprachlichen Qualifizierung. Auch nach der Einreise bleiben unsere Integrationsmanager für die Fachkräfte verlässliche Ansprechpartner. Letztlich geht es um eine Partnerschaft auf Augenhöhe, die den ganz besonderen Menschen, der zu uns nach Deutschland kommt, in den Mittelpunkt stellt.
Das ist unser Erfolgsrezept bei Tempton Truecare.

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